<<zurück | 18.06.2012

Photovoltaik: Zukunftslast oder Zukunftschance?

Im Jahr 2011 wurden 7,5 GW (1 Gigawatt = 1 Milliarde Watt) an Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossenen. Sie werden werden circa 25 Jahre lang rund 6,7 TWh (Terawattstunden = 1012 Wattstunden) sauberen Strom pro Jahr liefern. Die Betreiber erhalten 20 Jahre lang eine Vergütung um 25 ct pro kWh, abhängig von der Anlagenart. Jahr 2011 gibt ein Musterhaushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh rund 25 ct pro kWh aus. Im Jahr 2031 würden das bei gleich bleibender Preisdynamik (4,3% jährliche Steigerung) rund 58 ct pro kWh, also mehr als das Doppelte sein - wenn wir den PV-Ausbau nicht weiter voranbringen. Die kurzfristige Mehrbelastung durch PV macht sich langfristig durch stabilere Strompreise bezahlt. Die tatsächlichen Kosten und Risiken der nuklear-fossilen Stromgewinnung sind hingegen weder kalkulier- noch überschaubar. Sie entstehen größtenteils in der Zukunft (CO2-induzierte Klimakatastrophe, Nuklearunfälle, Endlagerung von Atommüll, Nuklearterrorismus, Ewigkeitslasten). Ein Vergleich ist deshalb schwierig. Die Risiken der Atomkraft werden von Fachleuten allerdings so hoch eingeschätzt, dass keine Versicherung oder Rückversicherung der Welt sich zutraut, Policen anzubieten. In Folge versichert im Wesentlichen der Steuerzahler die Atomindustrie, zwangsweise, denn die Deutschen sind seit vielen Jahren mehrheitlich gegen die Kernenergie. Bei einer Infratest-Umfrage aus dem Jahr 2011 äußerten 76 Prozent der befragten "eher dagegen" oder "voll und ganz" gegen Atomenergie in Deutschland zu sein.

Quelle: "Photovoltaik in Deutschland - Missverständnisse in der öffentlichen Diskussion", Fraunhofer ISE, Presse Lunch 2.2.2012, Berlin

Atomenergie Umfrage