<<zurück | 12.03.2012

Stromengpässe durch Energiewende?

Die Energiewende ruft nicht nur Begeisterung hervor. Das hört und liest man immer wieder in den Stellungnahmen vor allem von Vertretern der Energiewirtschaft. Einerseits ist das nur zu verständlich, denn durch das Aus für die Atomkraft verlieren die Energiekonzerne eine höchst lukratives Einnahmequelle. Welcher Unternehmer würde sich das nicht wünschen: eine Technik mit hohem Verdienstpotenzial, wobei der Staat - und damit jeder einzelne Bürger - die erheblichen Risiken trägt.

Es waren sieben Atomkraftwerke, die als Reaktion auf das Unglück in Japan abgeschaltet wurden. Während viele Menschen erleichtert reagierten angesichts der Katastrophenszenarien aus Fukushima, ließen andere - allen voran die Bundesnetzagentur - keine Zeit verstreichen und sagten unumgängliche, schmerzhafte Stromengpässe für den Winter voraus. Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Der erste Winter mit halber Atomkraft ist so gut wie vorbei -und es lief weitgehend reibungslos: keine Probleme bei der Stromerzeugung. Es wurde sogar Strom ins Nachbarland Frankreich exportiert. So zeigt sich die Energiewende sogar rentabel für deutsche Stromexporte.

2011 wurden in Deutschland gut 612 Terawattstunden Strom produziert. Im Vergleich zum Vorjahr produzierten Atomkraftwerke 32 Terawattstunden weniger. (Quelle: tagesschau.de) Die Hälfte dieses Verlustes wurde durch Wind- und Sonnenstrom ausgeglichen. Ein Selbstläufer ist die Energiewende trotzdem nicht. Sie basiert darauf, dass die Erneuerbaren Energien weiter gestärkt werden. Die aktuellen Kürzungen der Förderung von Solarenergie und der damit zwangsläufig verlangsamte Ausbau bringen uns dem Ziel sicher nicht näher.